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Eine Akte über jeden Krypto-Kunden. Zeit für eine Grenze.

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Eine Akte über jeden Krypto-Kunden. Zeit für eine Grenze.

Wer Bitcoin über eine Börse, einen Broker oder eine App kauft, steht seit diesem Jahr auf einer Liste fürs Finanzamt, und das ohne jeden Verdacht. Dabei bleibt es nicht: Die Daten wandern weiter, bleiben jahrelang gespeichert, und Daten dieser Art gehen immer wieder bei Datenlecks verloren. Im schlimmsten Fall wird daraus eine Zielliste für Betrüger, Erpresser und Entführer: wer wie viel besitzt oder besitzen dürfte, samt Wohnadresse.

Mit dac8.org starten wir heute eine Kampagne dagegen, unterstützt von Coinfinity. Das Ziel: Der österreichische Verfassungsgerichtshof und der Europäische Gerichtshof sollen dieser finanziellen Massenüberwachung ein Ende setzen.

Grundlage der Liste ist die EU-Richtlinie DAC8. Erfasst haben die Anbieter ihre Kunden schon bisher, ab 2027 melden sie Name, Wohnadresse und Jahressummen jedes Kunden automatisch ans Finanzamt, in Österreich wie in Deutschland und der ganzen EU. Der erste Schritt dagegen ist gemacht: Im Oktober hat Rechtsanwalt Dr. Oliver Völkel (CERHA HEMPEL) auf unsere Initiative Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde eingebracht.

Von der Liste zur Zielscheibe

Bei Bargeld würde sich das niemand gefallen lassen. Und Bitcoin ist wie Bargeld: Wer an die Daten gelangt, weiß, wo sich ein Einbruch lohnt. Anbieter, Steuertools und Behörden haben solche Daten bereits über rund 46 Millionen Menschen verloren. Allein Frankreichs Innenministerium zählte im ersten Halbjahr 2026 samt Versuchen 77 Entführungen und Erpressungen rund um Kryptowerte.

Grafik von dac8.org: ein Profil mit Name, Wohnadresse und 7,2 BTC, im Fadenkreuz. Dazu der Text: Dein Profil. Deine Wohnadresse. Ein Angriffsziel.

Erst normal, dann verboten

Die Überwachung wächst Schritt für Schritt, unter dem Deckmantel von Steuern und Geldwäschebekämpfung. Bis 2000 war das anonyme Sparbuch in Österreich selbstverständlich, heute sind anonyme Konten verboten. Ab 2027 dürfen Händler höchstens 10.000 Euro bar annehmen, und weil solche Grenzen nicht mit der Inflation mitwachsen, trifft es Jahr für Jahr mehr Alltägliches. Bei Bitcoin gibt es gar keine Grenze: Wer über einen Anbieter überträgt, ist ab dem ersten Cent namentlich erfasst. Die Bilanz ist dürftig: 2025 gingen in Österreich 13.989 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen ein, verurteilt wurde 139-mal.

Zwei Fronten

Dabei geht es um mehr als Geld: Zahlungen verraten, wie jemand lebt, woran er glaubt und wen er unterstützt. Privatsphäre braucht keine Rechtfertigung, aber Menschen, die sie verteidigen, und das an zwei Fronten: mit besseren und einfacheren Werkzeugen, mit denen jeder seine Bitcoin selbst verwahren und privat bezahlen kann, und vor Gericht. Dass das gelingen kann, zeigt 2014: Damals kippte der Europäische Gerichtshof die Vorratsdatenspeicherung, auch auf Vorlage des Verfassungsgerichtshofs.

Eine europäische Front

Den Anfang machte das Unternehmen Bull Bitcoin um Francis Pouliot, das seit Februar in Frankreich gegen DAC8 klagt. „Das Einzige, was ich garantieren kann: Wir werden niemals aufgeben“, schreibt Pouliot im Manifest der Kampagne. Wir laden alle in Europa ein, die sich für Privatsphäre einsetzen, sich anzuschließen.

Europakarte von dac8.org: Frankreich mit Bull Bitcoin und Österreich mit Bitcoin Austria rot markiert, daneben die Frage: Und dein Land?

Mitmachen

Wie aus einer Meldung ans Finanzamt eine Zielliste für Kriminelle werden kann, wen es betrifft und wie du das Verfahren mit einer Spende in Euro oder Bitcoin unterstützt, zeigt dac8.org. Jetzt spenden

Für Medien: kontakt@dac8.org. Rechtliche Fragen beantwortet Dr. Oliver Völkel, LL.M., Partner bei CERHA HEMPEL.

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